Wer in Spanien lebt, bekommt es automatisch auch mit zwei Begriffen aus dem spanischen Alltag zu tun. Die Siesta – eine tägliche Ruhepause, die vor allem dazu dient, die sehr heißen Mittagsstunden zu überbrücken, in denen jede Bewegung zum anstrengenden und schweißtreibenden Spießroutenlauf werden zu lassen, ist einer davon. Ganz im Gegenteil dazu steht der Begriff Fiesta, die Bezeichnung von Festlichkeiten, auf denen das spanische Temperament auch Nicht-Spanier erfasst und mitreißt.
Siesta – mittlerweile ein Stück spanische Geschichte
Bis vor nicht allzu langer Zeit war die Siesta einfach ein tägliches Thema. Auch die Residenten und Urlauber suchten die Ruhe im Schatten, in ihrer Finca oder im Hotelzimmer, wenn der Strand und das Meer nicht gerade für Erfrischung sorgten. Die Geschäfte waren geschlossen; während der Siesta wurde das Mittagessen eingenommen – meist um eine Zeit zwischen 14 und 15 Uhr. Einkaufen war zwischen 12 Uhr Mittags und 16 Uhr nicht wirklich möglich. Das Leben schien für die Stunden der Siesta stillzustehen, angehalten von der Hitze und einer guten Möglichkeit, ihr durch Ruhe zu entfliehen. Heute, genauer gesagt seit September 2012, ist die Siesta abgeschafft. Sie ist der angespannten Wirtschaftslage zum Opfer gefallen, sodass spanische Angestellte sich den europäischen Standards bezüglich ihrer Arbeitszeiten anpassen mussten. Dank Klimaanlagen in den Geschäften und Büros – übrigens beinahe Standard auch in allen privaten spanischen Immobilien – lässt sich aber auch die große Hitze besser ertragen. Für den Auswanderer, der eine eigene Finca auf Mallorca kauft, wird es eine Umstellung bedeuten, ins subtropische Klima zu wechseln; hier wird es sich nicht vermeiden lassen, in der Anfangszeit die Siesta zumindest teilweise noch einzuhalten. Nach Grundstücken, Hilfe bei Bauprojekten oder fertigen Immobilien kann man von Deutschland aus natürlich auch in der Mittagspause im Netz suchen.
Fiesta – Urlaubsattraktion und Tradition im Wechsel
Manche Fiesta in Spanien wird nur veranstaltet, um den Urlaubern etwas bieten zu können. Das steht außer Frage und wird von den Einheimischen beziehungsweise den Residenten als unabänderliche Tatsache gesehen. Doch viele Feste in Spanien haben traditionelle Hintergründe, oft mit religiösen Anlässen, etwa Ostern oder Pilgerfahrten, verbunden. Pures Temperament beim Flamenco, die umstrittenen Stierkämpfe und natürlich der Karneval stehen das ganze Jahr auf dem spanischen Kalender der Fiestas.